Steffi Graf

Steffi Graf ist zweifelsfrei eine der besten Tennisspielerinnen aller Zeiten. Mit ihren zahlreichen Rekorden trug sie sich in die Geschichtsbücher der Tennis ein. Dabei begann alles am 14. Juni 1969 Mannheim. Als Tochter eines Tennisspielers und Trainers hielt Graf schon mit drei Jahren den Schläger in der Hand.

Im Alter von gerade einmal fünf Jahren nahm sie an ihrem ersten Juniorinnen Turnier in München teil, das sie kurz darauf sogar gewann. Nachdem sie in ihren jungen Jahren weitere Titel einfuhr, wurde die Öffentlichkeit zum ersten Mal auf das Ausnahmetalent aufmerksam.

Karriere

1982 startete Steffi Graf bereits im Alter von 13 Jahren ihre Profikarriere. Ihren erster Auftritt bei einem WTA-Turnier machte sie beim Porsche Grand Prix in Filderstadt. Als sie in der ersten Runde auf die favorisierte Tracy Austin traf, hatte Graf keine Chance.

Ein Jahr später zeigten sich bei ihr die ersten Erfolge, als sie bei den French Open in die zweite Runde vordrang. Das von den Medien genannte „Wunderkind“ erreichte anschließend bei den US Open das Halbfinale der Juniorinnen. Am Ende der Saison befand sich Graf schon in den Top 100 der Weltrangliste. Mittlerweile erlangte Graf auch internationale Aufmerksamkeit.

Grand Slam Debüt

Im Jahr 1984 gelang Steffi Graf bei den Australian Open und in Wimbledon dann der Einzug ins Achtelfinale. Daraufhin trat sie beim Demonstrationswettbewerb der Olympischen Spiele in Los Angeles an und sicherte sich dort den Titel. Beim Hallenturnier im heimischen Filderstadt zog sie diesmal ins Finale ein. Von nun an ging es für die 15-jährige steil nach oben.

In der folgenden Saison zog Graf erstmalig ins Achtelfinale der French Open ein. Das Gleiche schaffte sie auch beim Traditionsturnier im Wimbledon. Bei den US Open sorgte die Deutsche für eine weitere Überraschung, als sie sich bis ins Halbfinale spielte. Allerdings musste sie sich dort Martina Navratilova geschlagen geben. Obwohl Graf in diesem Jahr kein Turnier gewann, rückte sie dennoch auf Position 6 in der Rangliste vor.

Erster WTA Titel

Langsam merkten die meisten Spieler und Zuschauer, dass Steffi Graf bald zur neuen Nr. 1 im Damentennis werden könnte. 1986 ließ sie an dieser Aussage keine Zweifel. Im Frühjahr zog sie beim Sandplatzturnier in Hilton Head in Finale ein, wo sie auf die Lokalmatadorin Chris Evert traf. Während die bisherigen Begegnungen alle zugunsten von Evert ausgingen, behielt Graf in diesem Match die Oberhand. Damit gewann sie ihren ersten Titel auf der WTA Tour.

Bei den German Open in Berlin fuhr Graf ihren zweiten Sieg ein, als sie die Weltranglistenerste Navratilova glatt in zwei Sätzen bezwang. Im weiteren Verlauf standen sich die beiden im Halbfinale der US Open gegenüber. Dieses Duell konnte hingegen Navratilova für sich entscheiden. Graf beendete ihre Saison auf Platz 3 der Weltrangliste.

Aufstieg an die Weltspitze

Im Jahr 1987 hatte sich Graf schließlich in der Weltspitze etabliert. Um sich von den Anstrengungen der letzten Saison zu erholen, übersprang sie kurzerhand die Australian Open. Beim Hartplatzturnier in Miami holte sie den ersten Sieg in der Saison, als sie sich im Endspiel gegen die Zweite der Weltrangliste, Chris Evert, durchsetzte.

In der Folge nutzte Graf ihr Momentum und sicherte sich zusätzliche Titel in Rom und Berlin. Auf Sand ging es dann bei den French Open weiter, wo sie im Finale auf Navratilova traf. Nach einem Rückstand, drehte Steffi Graf das Match, womit sie erstmals bei einem Grand Slam Turnier triumphierte. Allmählich entwickelte sich eine echte Rivalität zwischen der Deutschen und der US-Amerikanerin.

Beim Rasenturnier in Wimbledon folgte gleich die nächste Begegnung zwischen den beiden, mit dem Besseren Ausgang für Navratilova. Am 17. August passierte dann das, was die meisten Experten vorausgesagt hatten. In Los Angeles gelang Steffi Graf ein weiterer Titelgewinn, wodurch sie Navratilova vom Thron stürzte. Von nun an blieb die Deutsche für eine längere Zeit die Nr. 1 der Welt.

Olympiagold und Karriere Grand Slam

Die Saison 1988 war für Steffi Graf mit Abstand am erfolgreichsten. Nachdem sie mehrere Male auf die Teilnahme an den Australian Open verzichtete, triumphierte sie zum ersten Mal in Melbourne. Bei den French Open ging sie als Titelverteidigerin ins Turnier und gewann das Finale souverän. In nur 34 Minuten schlug Graf ihre Kontrahentin Natasha Zvereva. Dabei war es das kürzeste Finale, das jemals in einem Grand Slam Turnier ausgetragen wurde.

Im Wimbledon kam es zur Neuauflage des Matches zwischen ihr und Navratilova. Hierbei gelang Graf der nächste große Erfolg, als sie die Amerikanerin in einem umkämpften Finale bezwang. Bei den US Open zog die Deutsche ebenfalls ins Endspiel ein, wo sie auf die Argentinierin Gabriela Sabatini traf.

Schlussendlich sicherte sich Graf alle vier Grand Slam Titel des Jahres, womit sie ihren „Karriere Grand Slam“ Perfekt machte. Sie krönte ihre Saison mit dem Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul. Damit stellte sie bis heute als einzige Spielerin den „Golden Slam“ auf.

Graf gelang es 1989 fast, das Kunststück aus dem Vorjahr zu wiederholen. Genauer gesagt triumphierte sie bei den Grand Slams in Melbourne, Wimbledon und New York. Der Rechtshänderin blieb einzig und allein der Titel der French Open in Paris verwehrt.

Insgesamt nahm sie in dieser Saison an 16 Turnieren teil, bei denen sie jedes Mal ins Finale einzog. Davon entschied Graf ganze 14 Endspiele für sich. Im kompletten Jahr musste sie also lediglich zwei Niederlagen hinnehmen.

Leichte Formschwäche

Im Jahr 1990 setzte sich Grafs Siegesserie zunächst fort. Zu Beginn der Saison verteidigte sie ihren Titel bei den Australian Open erfolgreich. Es folgten Titelgewinne in Tokio, Amelia Island und Hamburg. Beim Sandplatzturnier in Berlin beendete die Aufsteigerin Monica Seles schließlich Grafs Siegesserie.

Ab diesem Zeitpunkt sank die Dominanz der Deutschen ein wenig. Während sie bei den French Open und den US Open jeweils das Finale erreichte, musste sie im Halbfinale von Wimbledon eine Niederlage hinnehmen.

Ähnlich sah es für Graf in den Jahren 1991 und 1992 aus. In beiden Fällen triumphierte sie beim Traditionsturnier in Wimbledon. Bei den French Open erreichte sie einmal das Endspiel, allerdings unterlag sie ihrer Gegnerin Monica Seles knapp. Bei den restlichen Grand Slam Turnieren schied Graf teilweise sogar im Viertelfinale aus. Deswegen wurde sie zwischenzeitlich von Seles an der Weltspitze abgelöst.

Rückkehr an die Weltspitze

Die Saison 1993 lief für Graf wieder deutlich besser. Sie schaffte erneut den Sprung ins Finale der Australian Open, verlor dort jedoch gegen Seles. Im weiteren Verlauf entschied sie mit den French Open, Wimbledon und den US Open drei der vier Grand Slam Turniere für sich. Durch diese Erfolge kehrte Graf wieder auf Platz 1 der Weltrangliste zurück.

Den im Vorjahr verpassten Titelgewinn bei den Australian Open holte Graf im Jahr 1994 nun nach. Gleichzeitig sollte es ihr letzter Triumpf in Melbourne gewesen sein. In Paris schlug ihre Titelverteidigung allerdings fehl, da sie im Halbfinale der Lokalmatadorin Mary Pierce unterlag.

In Wimbledon scheiterte Graf dann überraschenderweise in der ersten Runde. Eine derartige Auftaktniederlage hatte es für die Deutsche seit Jahren nicht mehr gegeben. Dennoch erholte sie sich von diesem Rückschlag, da sie bei den US Open das Finale erreichte.

In den nächsten beiden Jahren verliefen die Saisons für die Deutsche nahezu gleich. Verletzungsbedingt trat sie sowohl 1995 als auch 1996 nicht bei den Australian Open an. Dafür sicherte sie sich den Sieg bei den restlichen drei Grand Slam Events. Hinzu kam der doppelte Sieg beim Hartplatzturnier in Miami.

Bei den abschließenden WTA Tour Championships in New York triumphierte Graf ebenfalls zweimal. Von den 107 Matches, die Graf in diesen beiden Jahren bestritt, verlor sie lediglich 6 Begegnungen.

Verletzungspause und Rücktritt

Es schien so, als wäre Steffi Graf nahezu unbesiegbar geworden, ihr machten jedoch körperliche Probleme zu schaffen. Aufgrund verschiedener Verletzungen stand sie in den Folgejahren deutlich seltener auf dem Platz. Während sie bei den Australian Open im Achtelfinale ausschied, musste sie sich bei den French Open mit dem Einzug ins Viertelfinale zufriedengeben.

In der Mitte der Saison 1997 zog sich Steffi Graf dann eine Knieverletzung zu, welche sie zu einer Operation zwang. Dadurch war für sie die Saison vorzeitig beendet. In Folge verlor die Deutsche nicht nur ihre Führung in der Weltrangliste, sondern fiel sogar auf Rang 28 herunter.

Nach einer Verletzungspause von fast einem Jahr, gab Steffi Graf in Wimbledon ihr Comeback. Dort unterlag sie aber bereits in der dritten Runde. Später kam sie bei den US Open nicht über die vierte Runde hinaus. Im Jahr 1999 verbesserte sie ihre Leistung wieder, als sie bei den Australian Open ins die Runde der letzten acht vordrang.

Beim den French Open in Paris sorgte Graf für eine Überraschung, als sie die Favoritin Martina Hingis im Endspiel besiegte. In Wimbledon zog sie erneut ins Finale ein, wo sie sich jedoch Lindsay Davenport geschlagen geben musste. Nachdem Steffi Graf beim Hartplatzturnier in San Diego ihr Zweitrundenmatch wegen einer Verletzung aufgeben musste, verkündete sie ihren Rücktritt.

Erfolge

In ihrer Karriere als Tennisprofi hat Steffi Graf praktisch jedes wichtige Turnier gewonnen. Bemerkenswert sind alleine ihre 22 Grand Slam Titel im Einzel. Dabei war sie in Wimbledon mit sieben Finalsiegen am erfolgreichsten.

Hinzu kamen zahlreiche Titel auf WTA Ebene und die abschließenden Tour Championships, welche Graf ganze fünf Mal für sich entschied. Nicht zu vergessen ist ihr Sieg bei den Olympischen Spielen in Seoul in Verbindung mit dem „Golden Slam“  während der Saison 1988. Außerdem holte sie vier Jahre später in Barcelona die Silbermedaille.

Insgesamt gewann die Ausnahmespielerin 107 Titel in ihrer Laufbahn. Mit 377 Wochen an der Spitze der Weltrangliste stellte Graf einen Rekord auf, der bis heute ungebrochen ist. Ihre Matchbilanz beläuft sich auf unglaubliche 900 Siege zu 115 Niederlagen. Damit war sie in ihrer Karriere bei über 88 % der Matches siegreich. Unterm Strich nahm sie ein Preisgeld von knapp 22 Millionen US-Dollar ein.

Ausrüstung

Die kraftvolle Vorhand war das Markenzeichen von Steffi Graf. Mit diesen harten Schlägen konnte sie das Spiel von der Grundlinie aus dominieren. Aus der Rückhandseite setzte sie einen Slice ein, der bei der Gegnerin ziemlich flach absprang. Generell bevorzugte Graf das Grundlinienspiel, da sie relativ selten ans Netz vorrückte. Daneben verfügte sie über einen schnellen Aufschlag, mit dem sie viele freie Punkte erzielte.

Schläger

Steffi Graf spielte während ihrer Zeit als Tennisprofi hauptsächlich mit dem Dunlop Max 200G Schläger. Er bot ihr das beste Verhältnis aus Power und Kontrolle. Um die Schlagkraft etwas zu erhöhen wurde der Max 200G mit Naturdarmsaiten bespannt. Dabei hatte die Besaitung eine Bespannungshärte von 28 kg, was deutlich über dem Durchschnitt lag. Auf diese Weise bekam Graf eine noch bessere Kontrolle in ihre Schläge.

Ab 1994 arbeitete sie dann mit dem Hersteller Wilson zusammen. Ihr neuer Schläger war zunächst der Wilson Pro Staff 7.0, bevor sie zum Pro Staff 7.5 überging. Dieser hatte eine etwas geringere Rahmenhärte als der Vorgänger.

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