Wie finde ich die richtige Tennissaite?

Die Besaitung ist das HerzstĂŒck des TennisschlĂ€gers. Die richtige Saite ist einer der wichtigsten Faktoren, um auf dem Tennisplatz sein bestes Tennis zeigen zu können. Denn die Saite beeinflusst maßgeblich den Spielkomfort und die Leistung Deines SchlĂ€gers.

Wie auch bei der Wahl des richtigen TennisschlÀgers muss die Saite individuell an Deinen eigenen Spielstil angepasst werden. Mittlerweile gibt es die unterschiedlichsten Saitentypen und Variationen auf dem Markt.

Es ist sehr schwierig, sich bei der Anzahl an Angeboten einen Durchblick zu verschaffen. Bis jetzt – Denn in diesem Tennissaiten Ratgeber haben wir alle wichtigen Informationen fĂŒr Dich zusammengefasst.

In unserer 5 Schritte Anleitung zeigen wir Dir, wie Du so einfach und so schnell wie möglich die richtige Tennissaite findest.

Inhaltsverzeichnis

1. Saitenmaterial

Die Wahl des Saitenmaterials ist der erste wichtige Schritt zur passenden Saite. Da jedes Material eine bestimmte Struktur besitzt, ergeben sich Vor- und Nachteile bei der jeweiligen Saite. GrundsÀtzlich kannst Du dich zwischen zwei verschiedenen Kategorien entscheiden.

Es gibt zum einen die Naturdarmsaiten, die aus echtem Kuhdarm hergestellt werden. Zum anderen kannst Du auch Kunstsaiten verwenden. Kunstsaiten werden aus verschiedenen synthetischen Materialien hergestellt. Bei diesen Saiten gibt es zudem wesentliche Unterschiede in der Struktur.

1.1 Naturdarmsaiten

Grafik vom Querschnitt einer Naturdarm Tennissaite

Naturdarmsaiten bieten Dir das beste SpielgefĂŒhl. Sie sind sehr elastisch, wodurch Du eine sehr gute Ballbeschleunigung und einen hohen Spin erzeugen kannst. Saiten aus Naturdarm sind vor allem auch fĂŒr Tennisspieler mit Armproblemen geeignet, da sie Vibrationen sehr gut absorbieren.

Allerdings sind Naturdarmsaiten wetterempfindlich und reißen relativ schnell. Die aufwĂ€ndige Herstellung macht diese Saiten zudem sehr teuer in der Anschaffung.

1.2 Kunstsaiten

Nylonsaiten

Grafik vom Querschnitt einer Nylon Tennissaite

Das am hĂ€ufigsten verwendete Saitenmaterial ist Nylon. Mehr als die HĂ€lfte aller Tennisspieler lĂ€sst ihren TennisschlĂ€ger mit Nylonsaiten bespannen. Nylon ist von den vier Materialien die preisgĂŒnstigste Option.

Die Saite besteht aus einem einfaserigen Nylonkern, der von mehreren einzelnen Fasern und einer Schutzschicht umhĂŒllt ist. Der große Vorteil von Nylonsaiten ist das ausgeglichene VerhĂ€ltnis von Spielkomfort zu Haltbarkeit.

Diese Saiten sind zwar ein wenig steifer als Naturdarmsaiten, trotzdem besitzt Du eine solide Schlagkontrolle und Ballbeschleunigung. Nylonsaiten sind im Allgemeinen langlebiger als Naturdarmsaiten und daher ideal fĂŒr Tennisspieler mit normalen Saitenverschleiß.

Polyestersaiten

Grafik vom Querschnitt einer Polyester Tennissaite

Wenn Du beim Spielen einen hohen Seitenverschleiß hast, bist Du mit Saiten aus Polyester am besten beraten. Polyestersaiten bestehen aus einem einzigen Strang und weisen daher eine hohe Lebensdauer auf.

DarĂŒber hinaus haben sie ein gutes Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis. Im Vergleich zu Naturdarm oder Nylon ist Polyester jedoch ein sehr steifes Material.

Mit diesen Saiten hast Du eine relativ schlechte Ballbeschleunigung und einen höheren Aufprallschock. Hier musst Du die Ballbeschleunigung grĂ¶ĂŸtenteils mit deiner eigenen Kraft erzeugen. Deshalb sind Saiten aus Polyester mehr fĂŒr fortgeschrittene Tennisspieler passend.

Kevlarsaiten

Kevlarsaiten haben die höchste Haltbarkeit. Sie sind noch steifer als Saiten aus Polyester und bilden ein sehr hartes Saitenbett. Aus diesem Grund ist der Schlagkomfort bei einem TennisschlÀger mit Saiten aus Kevlar am schlechtesten.

Der Aufprallschock ist hier so hoch, dass Dein Arm und Handgelenk stark belastet werden. Kevlarsaiten sind nur fĂŒr sehr erfahrene Tennisspieler geeignet. Wenn Du noch Einsteiger bist oder Armprobleme hast, solltest Du dieses Material vermeiden.

Multifilamentsaiten

Grafik vom Querschnitt einer Multifilament Tennissaite

Multifilamentsaiten kommen dem Aufbau der Naturdarmsaite sehr nahe. Hier sind hunderte einzelner Fasern (Filamente) zu einem Strang zusammengesetzt und von einer widerstandsfĂ€higen Schutzschicht umhĂŒllt.

Wie auch die Naturdarmsaiten sind Multifilamentsaiten sehr armschonend. Zudem hast Du eine gute Ballbeschleunigung mit diesen Saiten. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie etwas gĂŒnstiger als Naturdarmsaiten sind.

Wenn du also eine Alternative zu Naturdarmsaiten suchst, sind Multifilamentsaiten perfekt fĂŒr Dich.

Strukturierte Saiten

Grafik vom Querschnitt einer strukturierten Tennissaite

Diese Tennissaiten haben die Besonderheit, dass ihre OberflÀche nicht glatt ist. Einige Struktursaiten besitzen auf der OberflÀche zusÀtzliche Fasern, die um die Achse verdreht sind. Es gibt aber auch andere Struktursaiten mit eckiger Form.

Durch die Struktur haftet der Ball lĂ€nger an den Saiten, wodurch Du dem Ball mehr Spin geben kannst. Du hast außerdem mit diesen Saiten eine gute Ballkontrolle. Der Nachteil ist, dass sich die Struktur schnell abnutzt und die Saiten daher nicht lange haltbar sind.

2. Hybridbesaitung

Bei Hybridsaiten kombinierst Du zwei verschiedene Saitenmaterialien miteinander. Eine Saite wird fĂŒr die LĂ€ngsbespannung und die andere Saite fĂŒr die Querbespannung genutzt.

In den meisten FĂ€llen kombiniert man eine flexible Saite (Naturdarm oder Nylon) mit einer steifen Saite (Polyester oder Kevlar), um die Vorteile beider Saitentypen zu vereinen.

Da LĂ€ngssaiten generell einer höheren Belastung ausgesetzt sind, reißen sie in der Regel schneller als die Quersaiten des TennisschlĂ€gers. Wir empfehlen Dir daher, fĂŒr die LĂ€ngsbespannung eine steife Saite und fĂŒr die Querbespannung ein flexible Saite auszuwĂ€hlen.

3. Saitendurchmesser

Tennissaiten sind grundsĂ€tzlich in den Durchmessern von 1,0 bis 1,5 mm erhĂ€ltlich, wobei die große Mehrheit der Saiten einen Durchmesser zwischen 1,2 und 1,3 mm besitzt. Dieser Bereich eignet sich fĂŒr die große Mehrheit der Tennisspieler. Der Spielkomfort und die Haltbarkeit liegen hier im ausgewogenen Bereich.

Wenn Dir der Spielkomfort wichtiger als die Haltbarkeit der Saite ist, kannst Du zu einer dĂŒnneren Saite greifen. Benötigst Du eine sehr langlebige Saite und kannst im Gegenzug Abstriche beim Spielkomfort machen, ist eine dickere Saite die richtige Wahl fĂŒr Dich.

Wenn du eine Saite kaufst, kann es sein, dass auf der Verpackung der Durchmesser in der Einheit „Gauge“ anstatt in mm angegeben ist. Diese Einheit ist besonders im englischsprachigen Raum ĂŒblich. Mithilfe der Tabelle kannst Du Gauge in mm umrechnen.

Je mehr Gauge eine Saite hat, desto kleiner ist der Durchmesser der Saite. ZwischengrĂ¶ĂŸen werden mit dem Zusatz L (leicht) gekennzeichnet. Das bedeutet, dass eine Saite mit der GrĂ¶ĂŸe 16L dicker als eine Saite mit der GrĂ¶ĂŸe 17 und dĂŒnner als eine Saite mit der GrĂ¶ĂŸe 16 ist.

GaugeDurchmesser in mm
151,41 – 1,49 mm
15L1,34 – 1,40 mm
161,29 – 1,33 mm
16L1,25 – 1,28 mm
171,20 – 1,24 mm
17L1,16 – 1,19 mm
181,11 – 1,15 mm
191,00 – 1,10 mm

4. BespannungshÀrte

Mithilfe der BespannungshÀrte kannst Du festlegen, wie stramm die Saiten in den TennisschlÀger eingespannt werden. Du kannst dich im Allgemeinen zwischen einer weichen und einer harten Bespannung entscheiden.

Die BespannungshĂ€rte wird in Kilogramm gemessen und hat wie das Saitenbild Ă€hnliche Auswirkungen auf die Leistung des TennisschlĂ€gers. Zur besseren Orientierung nennt der Hersteller einen Bespannungsbereich, in dem man die BespannungshĂ€rte des TennisschlĂ€gers am besten ansetzt (z. B. 21 – 25 kg).

Verwende fĂŒr eine weiche Bespannung eine BespannungshĂ€rte von weniger als 25 kg. Je weicher Du die Bespannung einstellst, desto grĂ¶ĂŸer ist der Trampolineffekt. Dieser wirkt sich positiv auf die Ballbeschleunigung und Spin aus. Andererseits verringert sich durch den Trampolineffekt die Schlagkontrolle.

Wenn Dir eine bessere Kontrolle wichtig ist, dann bespanne Deinen TennisschlÀger hÀrter. Eine harte Bespannung fÀngt ab einer BespannungshÀrte von 25 kg an.

Im Gegensatz zur weichen Bespannung, sorgt eine hĂ€rtere Saitenbespannung fĂŒr ein steiferes Saitenbett. Somit ist der Trampolineffekt kaum vorhanden. Die Ballbeschleunigung und das Spinpotential sind eher gering, dafĂŒr bekommst Du aber eine sehr gute Schlagkontrolle.

Tipp: Je nach Saitenmaterial raten wir Dir, die BespannungshÀrte anzupassen. WÀhlst Du beispielsweise ein steifes Material wie Kevlar, kannst Du die Steifheit durch eine geringere BespannungshÀrte reduzieren.

5. Saitenwechsel

Die Besaitung Deines TennisschlĂ€gers ist wĂ€hrend des Spiels stĂ€ndiger Belastung ausgesetzt und nutzt sich dementsprechend StĂŒck fĂŒr StĂŒck ab. Wenn die Saite der Belastung nicht mehr standhalten kann, reißt sie. Dann musst Du den SchlĂ€ger natĂŒrlich neu besaiten lassen.

Wir empfehlen Dir allerdings nicht, die Saite zu Ende zu spielen und zu warten, bis sie schließlich reißt. Stattdessen solltest Du die Besaitung in regelmĂ€ĂŸigen Abschnitten erneuern.

Die Grundregel besagt: Du solltest Deinen SchlÀger pro Jahr so oft besaiten lassen, wie hÀufig Du in der Woche Tennis spielst. Wenn du beispielsweise dreimal pro Woche Tennis spielst, solltest Du die Besaitung mindestens dreimal pro Jahr erneuern, also etwa alle 4 Monate.

Den zweiten Faktor, den Du berĂŒcksichtigen musst, ist Dein Spielstil. Wenn Du z. B. mit viel Spin spielst, kann das die Lebensdauer der Saite verkĂŒrzen, da die Saiten stĂ€rker aneinander reiben.

Ein weiterer Punkt ist die Spannung der Saite, die mit der Zeit abnimmt. Dadurch verringert sich ebenfalls die Ballkontrolle und der Spielkomfort.

Um zu ĂŒberprĂŒfen, ob die Saite noch zum Spielen geeignet ist, achte beim Schlag auf den Klang Deines TennisschlĂ€gers. Je höher der Klang ist, desto besser ist die Spannung. Wenn sich der SchlĂ€ger tief und gedĂ€mpft anhört, solltest Du die Saite wechseln.

Tipp: Um die Lebensdauer der Saite zu erhöhen, versuche Deinen SchlĂ€ger abseits des Platzes von starker Sonneneinstrahlung, Hitze und Feuchtigkeit fernzuhalten. Dies gilt insbesondere fĂŒr Naturdarmsaiten. Bei empfindlichen Saiten raten wir Dir zudem eine SchlĂ€gerhĂŒlle zu verwenden.

Beim Saitenwechsel stellt sich die Frage, ob Du Deinen SchlÀger vom Profi besaiten lassen möchtest oder selbst Hand anlegen willst. Wenn du intensiver Tennis spielst kann es sich lohnen, den SchlÀger selber zu besaiten.

Du möchtest wissen, wie Du Deinen TennisschlĂ€ger besaiten kannst? In unserem Tutorial wird alles Schritt fĂŒr Schritt erklĂ€rt.

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