7 Schritte zu einer kraftvollen Vorhand

Für die meisten Tennisspieler ist eine gute Vorhand der Schlüssel zum Erfolg. Die natürliche Schlagbewegung macht sie besonders einfach zu spielen. Gleichzeitig ist sie ein effektives Mittel, um den Gegner unter Druck zu setzen. Deshalb wird durch die Vorhand oft ein Punktgewinn erzielt.

Generell ist die Vorhand der erste Schlag, den Einsteiger lernen, wenn sie mit dem Tennisspielen beginnen. Mit der richtigen Technik gewinnst Du nicht nur viele Punkte, sondern sparst auch wertvolle Kraft im Match. In diesem Guide gehen wir mit Dir die einzelnen Schritte durch, damit Du Deine Vorhand auf ein neues Level bringst.

Inhaltsverzeichnis

1. Griffhaltung

Die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Schlag ist die richtige Griffhaltung. Das ist insbesondere bei der Vorhand der Fall. Da während der Schlagbewegung teilweise große Kräfte herrschen, ist ein stabiler Griff zwingend notwendig. Außerdem sollte der Griff beim Schlag angenehm in der Hand liegen.

Wenn Du Dir die Griffkappe Deines Tennisschlägers anschaust, wirst du feststellen, dass der Griff eine achteckige Form hat. Für ein besseres Verständnis drehen wir die Schlagfläche senkrecht zum Boden. Jetzt markierst Du die einzelnen Flächen den Griffs mit den Nummern von 1 bis 8. Dabei beginnst Du mit der oberen Fläche und gehst dann im Uhrzeigersinn herum.

Grafik von der Position der Hand beim Continental, Eastern, Semi-Western und Western Griff

Die Zahlen geben Dir nun an, auf welche Fläche Du den Knöchel des Zeigefingers und den Handballen des kleinen Fingers legst. Insgesamt gibt es speziell für die Vorhand drei fundamentale Griffhaltungen mit unterschiedlichen Eigenschaften:

  •  Eastern-Griff
  •  Semi-Western-Griff
  •  Western-Griff

Allgemein verwendest Du für die Vorhand immer Deine Schlaghand. Diese ist Deine dominante Hand. Wenn Du Rechtshänder bist, nimmst Du also Deine rechte Hand. Linkshänder nehmen dementsprechend ihre linke Hand. Die folgenden Beschreibungen zeigen die Haltung eines Rechtshänders. Für Linkshänder gelten die Angaben genau andersherum.

Foto der Position der Hand am Tennisschläger bei dem Eastern, dem Semi-Western und dem Western Griff

Eastern-Griff

Beim Eastern-Griff legst Du den Knöchel und den Handballen auf die Fläche mit der Nummer 3. Diese Griffhaltung ermöglicht Dir, den Tennisball mit viel Power zu schlagen. Daraus resultieren gerade und harte Schläge mit einer flachen Flugkurve. Für Spieler, die gerne mit Topspin spielen, ist dieser Griff aber weniger interessant.

Semi-Western-Griff

Die beliebteste Vorhandgriff ist der Semi-Western Griff. Die große Mehrheit der Tennisspieler verwendet ihn. Die Griffhaltung richtet sich hier nach der vierten Fläche. Grundsätzlich bietet Dir dieser Griff eine Kombination aus Power und Topspin. Aus diesem Grund ist der Semi-Western-Griff für das heutige dynamische Spiel sehr gut geeignet.

Western-Griff

Im Vergleich zu den anderen Griffen ist der Western-Griff eher eine Ausnahme. Bei dieser Variante drehst Du Dein Handgelenk weiter nach unten bis zur Fläche 5. Damit kannst Du dem Ball viel Topspin mitgeben, allerdings leidet darunter die Power. Aufgrund der extremen Position des Handgelenks, ist der Western-Griff relativ umständlich zu spielen. Wir raten Dir daher, entweder den Eastern oder den Semi-Western-Griff zu wählen.

2. Startpunkt

Idealerweise stehst Du vor jedem Schlag in der Mitte des Tennisplatzes. Von dort aus kannst Du bis zu 70% des Platzes mit der Vorhand abdecken. Halte Deinen Schläger jetzt in der rechten Hand vor dem Körper. Der Tennisschläger sollte leicht geneigt sein und mit dem Kopf nach oben zeigen. Im gleichen Moment liegt Deine linke Hand an Schlägerhals an, um die Haltung zu stabilisieren.

Die Beinarbeit spielt bei der Vorhand auch eine wichtige Rolle. Stehe am besten in einer offenen Fußstellung. Achte unbedingt darauf, dass Deine Muskulatur dabei nicht verkrampft ist. Denn je entspannter Deine Muskulatur ist, desto mehr Bewegungsfreiheit hast Du.

3. Vorbereitung

Bevor ein Ball auf Dich zukommt, solltest Du immer einen sogenannten „Split Step“ machen. Das ist ein leichter Sprung auf den Zehenspitzen. Dieser bringt Dich in die Bereitschaftsstellung für den nächsten Schlag.

Wenn der Ball in der Luft ist und in deine Richtung fliegt, drehst Du Deinen Oberkörper nach rechts. In diesem Augenblick streckst Du Deinen rechten Arm mit dem Schläger zur Hälfte.

Den linken Arm drehst Du solange mit, bis er parallel zu Grundlinie ausgerichtet ist. Deine linke Schulter zeigt dann in Richtung des Balls. Zusätzlich solltest Du leicht in die Knie gehen, um Energie aufzubauen. Während des gesamten Vorgangs ist Dein Blick stets auf den Ball gerichtet.

4. Ausholbewegung

Unmittelbar danach erfolgt die Ausholbewegung, bei der Du den Schläger weiter nach hinten schwingst. Der Tennisschläger sollte sich somit rechts hinter Deinem Körper befinden. Bewege den Arm aber nicht zu weit nach hinten, weil Dir ansonsten die Zeit für die Schlagbewegung fehlt.

Bei dieser Bewegung verlagerst Du Dein Körpergewicht auf den rechten Fuß. Um das Gleichgewicht zu halten, bewegst Du das linke Bein ein wenig nach vorne. Schaue hierbei, dass Du nicht in eine Rückenlage gerätst, sondern einen stabilen Stand hast.

5. Schlagbewegung

Sobald der Tennisball auf dem Boden aufgesprungen ist, kannst Du zum eigentlichen Schlag ansetzen. Zuerst lässt Du den Schläger etwas nach unten fallen, um mithilfe der Schwerkraft Geschwindigkeit zu erzeugen.

Achte dabei auf ein lockeres Handgelenk. Zudem sollte bei diesem Ablauf die Griffkappe zum Ball zeigen. Anschließend beschleunigst Du den Schläger und schwingst ihn durch.

Wichtig ist vor allem, dass Du in der Schlagbewegung Deinen Oberkörper wieder nach links drehst. Auf diese Weise holst Du das Maximum an Schwung heraus. Im Prinzip musst Du für eine gute Vorhand nicht immer viel Kraft aufbringen. Die richtige Technik ist genauso entscheidend.

6. Ballkontakt

Das optimale Timing ist sowohl bei der Vorhand als auch bei den anderen Grundschlägen im Tennis von großer Bedeutung. In dem Fall befindet sich der beste Treffpunkt des Balls vor Deinem Körper.

Der Abstand zum Ball darf nicht zu groß bzw. zu klein sein. Häufig haben Tennisspieler das Problem, dass sie den Ball zu spät, d. h. neben dem Körper treffen. Von dort aus ist es dann schwierig, einen kontrollierte Vorhand zu spielen.

Beim Kontakt mit dem Ball sollte die Schlägerfläche ungefähr parallel zum Netz ausgerichtet sein. Bei der Topspin Vorhand schlägst Du den Ball in einer leichten Aufwärtsbewegung. Du „wischst“ sozusagen über den Tennisball, um ihm einen Vorwärtsdrall mitzugeben.

Stelle außerdem sicher, dass Du den Ball möglichst mit dem Sweetspot des Tennisschlägers triffst.

7. Ausschwung

Vollendet wird die Vorhand mit dem Ausschwung. Nach dem Ballkontakt schwingst Du den Schläger weiter bis über Deine linke Schulter oder Deinen Kopf. Die Geschwindigkeit des Schlägers nimmt nun Schritt für Schritt ab.

Auf keinen Fall solltest Du den Schwung in der Mitte abbrechen. Du würdest einfach unnötig Kraft für das Abbremsen verbrauchen. Drehe Deinen Oberkörper so weit nach links, dass Deine rechte Schulter in Richtung des Gegners zeigt.

Wenn Du mit dem Ausschwung fertig bist, kannst Du Dich für den nächsten Schlag bereit machen.

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