In 8 Schritten zum perfekten Aufschlag

Der Aufschlag ist mit Abstand der wichtigste Schlag im Tennis. Denn er ist der Schlag, mit dem jeder Ballwechsel begonnen wird. Ohne ihn wäre kein richtiges Tennisspiel möglich. Mit einem guten Aufschlag kannst Du den Ballwechsel von Anfang an diktieren und Dir somit einen taktischen Vorteil verschaffen.

Auch wenn der Aufschlag den größten Einfluss auf das Spiel hat, ist er für die meisten Tennisspieler zugleich der anspruchsvollste Schlag. Technisch gesehen müssen mehrere Bewegungsabläufe zusammenpassen, um den Ball optimal zu treffen.

Mit dieser Anleitung lernst Du den Aufschlag in 8 einfachen Schritten. Damit machst Du den Aufschlag zu Deiner Stärke im Match.

Inhaltsverzeichnis

1. Ausgangsposition

Je nach Punktestand wird der Aufschlag von der rechten oder linken Seite ausgeführt. Dabei musst Du den Ball diagonal in das Aufschlagfeld Deines Gegners spielen. Wir gehen jetzt davon aus, dass Du von der Einstandseite, also von rechts aus aufschlägst.

Grafik von den Regeln beim Tennis Aufschlag

Grundsätzlich stehst Du beim Aufschlag immer seitlich zur Grundlinie. Begib Dich dafür in das gelb eingezeichnete Feld. Das ist der zulässige Bereich für den Aufschläger. Wir empfehlen Dir, Dich möglichst nahe an die Mittelmarkierung zu positionieren.

Der Vorteil hier ist, dass Du direkt nach dem Aufschlag bereits in der Mitte des Spielfelds stehst. Das ist die beste Ausgangsposition für den nächsten Schlag. Wenn Du von einer äußeren Position aufschlagen würdest, müsstest Du nach dem Aufschlag erstmal zur Mitte laufen.

2. Fußstellung

Stelle Dich nun mit Deinem linken Fuß möglichst nahe an die Grundlinie. Wichtig ist, dass Du die Grundlinie nicht mit Deinem Fuß berührst. Andernfalls riskierst Du einen Fußfehler. Dein linker Fuß sollte in Richtung des rechten Netzpfostens zeigen. Deinen rechten Fuß richtest Du parallel zur Grundlinie aus. Platziere ihn leicht versetzt hinter Deinen linken Fuß.

Für Linkshänder gilt genau das Gegenteil. In dem Fall steht der rechte Fuß an der Grundlinie und zeigt zum linken Netzpfosten. Dementsprechend befindet sich der hintere linke Fuß parallel zur Grundlinie.

Insgesamt ist die richtige Fußstellung die Grundvoraussetzung für sicheren Stand beim Aufschlag. Im Verlauf der Zeit sind sich zwei verschiedene Fußstellungen entstanden, die Du beim Aufschlag einnehmen kannst. Das ist zum einen die „Plattform-Stellung“ und zum anderen die „Pinpoint-Stellung“.

Plattform-Stellung

Die Plattform-Stellung haben wir oben bereits beschrieben. Bei dieser Variante stehen Deine Füße etwa schulterbreit auseinander. Während des gesamten Aufschlags bewegen sie sich nicht von der Stelle. Hier gehst Du nach dem Ballwurf lediglich in die Knie.

Im Allgemeinen bietet Dir diese Fußstellung ein hohes Maß an Stabilität. Damit hast Du mehr Kontrolle und platzierst die Bälle genauer im Feld. Allerdings kannst Du mit dieser Stellung nicht das Maximum an Schwung aus dem Schlag holen.

Pinpoint-Stellung

Bei der Pinpoint-Stellung ist die Ausgangsposition ist die gleiche wie bei der Plattform-Stellung. Der einzige Unterschied ist, dass Du nach dem Ballwurf Deinen hinteren Fuß nach vorne ziehst. Bevor Du nach oben springst, müssen Deine beiden Füße aneinander liegen.

Der große Vorteil bei dieser Fußstellung ist, dass Du viel Schwung in den Ball bekommst. Dadurch erzeugst Du einen sehr schnellen und kraftvollen Aufschlag. Auf der anderen Seite leidet darunter die Stabilität. Da Du mit beiden Füßen auf einem Punkt stehst, ist es schwieriger, das Gleichgewicht zu halten. Dies führt zu einer geringeren Schlagkontrolle.

3. Griffhaltung

Ein weiterer wesentlicher Punkt beim Aufschlag ist die Wahl des richtigen Griffs. Generell solltest Du für den Aufschlag den sogenannten „Continental-Griff“ wählen. Dieser kommt auch bei der Rückhand zum Einsatz. Es gibt einen Trick, wie Du in kürzester Zeit den Continental-Griff findest:

Nimm Deine dominante Hand und strecke Daumen und Zeigefinger auseinander, sodass ein „V“ entsteht. Halte den Tennisschläger mit der anderen Hand senkrecht zum Boden. Im nächsten Schritt legst Du Deine Hand mit dem „V“ mittig am Schlägerrahmen an.

Foto einer Hand am Tennisschläger vor dem Continentalgriff

Daraufhin führst Du die Hand bis nach unten zum Griff.

Foto einer Hand am Tennisschläger bei dem Continentalgriff

Das ist die korrekte Haltung. Es fühlt sich jetzt ungefähr so an, als würdest Du einen Hammer in der Hand halten.

4. Ballwurf

Für den idealen Aufschlag ist ein präziser Ballwurf unverzichtbar. Entscheidend ist hierbei die richtige Wurfhöhe. Zum einen solltest Du den Tennisball nicht zu hoch werfen, da Du sonst die Schwungbewegung verlangsamen oder unterbrechen müsstest. Zum anderen darf der Wurf nicht zu tief erfolgen. Denn dann bleibt Dir nicht genug Zeit, um die Schlagbewegung auszuführen.

Im Prinzip wird der Ball ein Stück vor dem Körper hochgeworfen, um sich später beim Ballkontakt eine leichter nach vorne zu verlagern. Du startest mit dem Wurf, indem Du Deinen Arm zum Netz ausstreckst. Dabei hältst Du den Tennisball mit Deinen Fingerspitzen fest.

Anschließend bewegst Du Deinen Arm senkrecht nach oben. Auf Augenhöhe lässt Du den Ball dann los. Dein Arm schwingt aber trotzdem nach oben mit und zeigt in Richtung des Balls.

Wir raten Dir, den Ballwurf mehrere Male zu trainieren, bis Dir ein einheitlicher Ballwurf gelingt.

5. Ausholbewegung

In den nächsten Schritten beschreiben wir den Bewegungsablauf für einen Rechtshänder. Als Linkshänder musst Du einfach nur andersherum denken.

Du stehst nun also an der Grundlinie und hältst den Tennisschläger in Deiner rechten Hand auf Hüfthöhe. In der Startposition hältst Du außerdem den Tennisball mit Deiner linken Hand am Schläger. Jetzt streckst Du Deinen linken Arm mit den Ball nach vorne aus und setzt zum Wurf an. Du schaust nach oben und visierst den Ball an.

Im gleichen Moment holst Du Deinen rechten Arm mit dem Schläger nach hinten aus. In diesem Fall ähnelt die Ausholbewegung einer Schleife. Zunächst senkst Du den Schläger ein wenig ab, bis die Schlägerspitze zum Boden zeigt. Danach schwingst Du ihn im Bogen nach oben bis hinter Deinen Rücken.

Währenddessen solltest Du ebenfalls in die Knie gehen, um Dich für den Sprung vorzubereiten.

6. Schlagbewegung

Der Augenblick, in dem der Ball seinen höchsten Punkt in der Luft erreicht hat, ist für Dich das Zeichen zum Durchschwingen. Du drückst Dich mit den Füßen vom Boden ab und springst hoch.

Gleichzeitig streckst Du Deinen rechten Arm nach oben und schwingst den Schläger nach vorne zum Ball durch. Dein Körper sollte maximal gestreckt sein. Beim Ballkontakt klappt dann Dein Handgelenk nach unten und Du lässt Deinen rechten Arm fallen. Ein lockeres Handgelenk ist aus diesem Grund ziemlich wichtig.

Im letzten Schritt schwingst Du den Tennisschläger nach unten aus und drehst Deinen Oberkörper nach links. Insgesamt solltest Du darauf achten, dass Du alle Bewegungen flüssig und ohne Unterbrechungen ausführst.

Nachdem Du mit Deinen Füßen auf dem Boden gelandet bist, machst Du Dich für den darauffolgenden Schlag fertig.

7. Platzierung

Vor jedem Aufschlag solltest Du Dir überlegen, an welcher Stelle Du den Ball im Feld platzieren möchtest. Das Aufschlagfeld ist zwar nicht so groß, allerdings kannst Du durch kluges Verteilen der Aufschläge Deinen Gegner oftmals überraschen. Folgende Möglichkeiten stehen Dir zur Verfügung:

  •  Nach außen
  •  Durch die Mitte
  •  Auf den Körper
Grafik von der Platzierung beim Tennis Aufschlag

Nach außen

Bei dieser Variante servierst Du den Ball weit nach außen, um Deinen Gegner aus dem Platz zu drängen. Demnach braucht er lange, um wieder zurück in die Mitte des Spielfelds zu kommen. In der Folge eröffnet sich für Dich ein Freiraum, in den Du den nächsten Ball spielen kannst.

Durch die Mitte

Mit dem Ausdruck „durch die Mitte“ meint man einen Aufschlag, der in der Nähe der Mittellinie landet. Damit hat Dein Gegner weniger die Möglichkeit, einen Winkel bei seinem Return zu nutzen. Höchstwahrscheinlich kommt der Ball wieder durch die Mitte zu Dir zurück. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass der Weg des Balls durch die Mitte am kürzesten ist und das Netz dort am niedrigsten hängt.

Auf den Körper

Hier servierst Du den Ball in Richtung Deines Gegners. Dementsprechend spielst Du den Ball meistens zentral in das Aufschlagfeld. Wenn der Ball direkt auf den Körper Deines Gegners zugeflogen kommt, muss er dem Ball erstmal ausweichen. Er hat kaum Zeit, den Return vernünftig durchzuziehen. Das Resultat: Sein Return wird zu kurz, was Dir eine Chance zum Angreifen bietet

8. Variante

Wie auch bei den anderen Grundschlägen kannst Du dem Tennisball beim Aufschlag eine Rotation mitgeben. Kombinierst Du Spin mit gut platzierten Bällen, hast Du einen äußerst effektiven Aufschlag. Zusammengefasst stehen Dir drei verschiedene Varianten zur Auswahl:

  •  Gerader Aufschlag
  •  Kick-Aufschlag
  •  Slice Aufschlag

Je nach Variante unterscheiden sich die Merkmale und der Ballwurf.

Grafik von den Varianten beim Tennis Aufschlag

Gerader Aufschlag

Unter allen drei Arten ist der gerade Aufschlag derjenige mit der höchsten Geschwindigkeit. Er ist relativ einfach zu spielen, da der Ball ohne Spin geschlagen wird. Daher ist seine Flugkurve relativ flach. Bei diesem Aufschlag hat der Ballwurf keine Besonderheiten.

Kick-Aufschlag

Die zweite Option ist der Kick-Aufschlag. Er wird auch Topspin-Aufschlag genannt, da Du den Ball mit einem Vorwärtsdrall spielst. Charakteristisches Merkmal des Kick-Aufschlags ist, dass der Ball hoch vom Boden abspringt und deshalb schwierig zu retournieren ist. Für einen Kick-Aufschlag musst Du den Ball etwas nach links werfen.

Slice-Aufschlag

Des Weiteren hast Du die Möglichkeit, einen Slice-Aufschlag zu spielen. Diesen erkennst Du an einer bogenförmigen Flugkurve. Dabei entsteht der Bogen durch einen Seitwärtsdrall der Tennisballs. Bei dieser Variante ist der Ballwurf leicht nach rechts gerichtet.

Du fühlst Dich beim Aufschlag sicher? Dann gehe direkt zur Vorhand über.

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