Die 8 verschiedenen Arten von Tennis Turnieren

Tennisturniere gelten als Basis für die Weltrangliste im Profibereich. Tennisspieler haben in der Regel das Ziel, möglichst viele Matches und Turniere zu gewinnen, um in der Weltrangliste nach oben zu rücken.

Du hast bestimmt schon einmal ein großes Grand Slam Turnier vor dem Fernseher verfolgt. Sie haben Millionen Zuschauer und Fans aus aller Welt fiebern den Spielern mit. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Turniere, von denen Du noch nie etwas gehört hast. Wie kommt das zustande?

Generell sind Tennisturniere in verschiedene Kategorien eingeteilt. Je nach Größe und Bekanntheit bringen sie dem Gewinner eine bestimmte Anzahl an Weltranglistenpunkten. Zum besseren Verständnis schauen wir uns hier an, welche Turnierklassen es gibt und wie sie sich voneinander unterscheiden.

Inhaltsverzeichnis

Tennisturniere Herren

Grundsätzlich werden Herrenturniere auf internationaler Ebene von zwei Verbänden veranstaltet. Das ist zum einen die „International Tennis Federation“ (ITF) und zum anderen die „Association of Tennis Professionals“ (ATP). Sie stellen sicher, dass alle Regeln vor Ort eingehalten werden.

Dabei ist die ATP für den Großteil der Tennisturniere weltweit verantwortlich. Insgesamt gibt es bei den Herren acht unterschiedliche Turnierkategorien, die wir nach ihrer Wertigkeit geordnet haben.

ITF Future Tour

Der Anfang ist für jeden professionellen Tennisspieler der gleiche. Um überhaupt bei größeren Tennisturnieren teilnehmen zu können, müssen sie eine bestimmte Anzahl an Weltranglistenpunkten auf ihrem Konto haben. Allerdings ist es unmöglich, Punkte zu besitzen, wenn man noch keine Turniere spielen konnte. Wie löst man nun dieses Problem?

In diesem Fall kommt die Future Tour ins Spiel, die von der ITF organisiert wird. Futures sind kleinere Turniere, welche den Spielern helfen sollen, an ihre ersten Weltranglistenpunkte zu kommen.

Ein Turniersieg wird mit bis zu 20 Punkten und einem Preisgeld in Höhe von 15.000 – 20.000 $ belohnt. Tennisspieler, die bei mehreren Future Turnieren Erfolg hatten und somit genug Punkte besitzen, können in die nächste Klasse aufsteigen.

Ausnahme: Es gibt einige Tennisturniere, bei denen der Veranstalter Wildcards vergibt. Das sind Einladungen an Spieler, die eigentlich keine Teilnahmeberechtigung hätten. Dies ist eine weitere Möglichkeit, um direkt in das Hauptfeld eines größeren Tennisturniers zu gelangen.

ATP Challenger Tour

Im Gegensatz zu den Futures werden Challenger Turniere von der ATP betreut. Damit dienen sie als Übergang von der ITF Tour auf die ATP Tour. Der große Vorteil dieser Turniere ist, dass ein Hotelzimmer mit Verpflegung für jeden Spieler kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

Darüber hinaus kann man hier bis zu 125 Ranglistenpunkte einnehmen. Im besten Fall kann sich der Gewinner zusätzlich über ein Preisgeld von 200.000 $ freuen.

ATP Tour 250

Hat ein Spieler ebenfalls ausreichend viele Punkte auf der Challenger Tour gesammelt, kann er bei einem Turnier der ATP Tour 250 an den Start gehen. Wie der Name schon vermuten lässt, bekommt der Sieger 250 Weltranglistenpunkte auf sein Konto gutgeschrieben. Das Preisgeld kann sich mit mindestens 400.000 $ auch sehen lassen.

Falls man in einer vorherigen Runde ausscheidet, geht man trotzdem nicht leer aus. Beispielsweise erhält der Halbfinalist 90 Punkte und der Viertelfinalist 45 Punkte.

Im Allgemeinen ist die Konkurrenz bei diesen Turnieren deutlich höher, weshalb einige Spieler zuerst in die Qualifikation müssen. Dort werden dann die besten Spieler nach einem oder zwei Matches ermittelt. Je nach Turnier vergibt der Veranstalter entweder 28, 32 oder 48 Plätze für das Hauptfeld.

ATP Tour 500

Doppelt so viele Punkte, wie bei einem 250er Event, bekommt der Sieger eines ATP Tour 500 Turniers. Die Weltranglistenpunkte der anderen Runden sind in gleicher Weise angepasst.

Des Weiteren bekommen Spieler, für jedes gewonnene Match in der Qualifikationsrunde jeweils 10 Weltranglistenpunkte. Hierbei besteht das Hauptfeld aus 32 oder 48 Spielern Finanziell gesehen winkt eine Siegesprämie von etwa 500.000 $.

Aktuell setzt sich die ATP Tour 500 aus 13 Turnieren auf mehreren Kontinenten zusammen. Diese Zahl kann je nach Jahr variieren, da die ATP neue Turniere hinzufügen bzw. bestehende Turniere von der Serie streichen kann.

ATP World Tour Masters 1000

Noch exklusiver sind die Turniere der ATP World Tour Masters 1000. In Summe werden pro Saison nur neun Masters Turniere gespielt. Davon finden vier in Nordamerika, vier in Europa und eins in Asien statt.

Bei diesen Turnieren treten anfangs bis zu 96 Spieler gegeneinander an. In einem Zeitraum von 7-10 Tagen wird der Gewinner bestimmt. Am Ende kassiert der Sieger 1000 Ranglistenpunkte zusammen mit einem Preisgeld von mehr als 1.000.000 $.

ATP Finals

Die ATP Finals, ehemals Tennis Masters Cup, werden zum Abschluss jeder Herrensaison veranstaltet. Allgemein haben sie auf der ATP Tour den höchsten Stellenwert. Dieses wichtige Turnier wird immer im November in der britischen Hauptstadt London ausgetragen.

Bei diesem letzten Turnier treffen die acht besten Tennisspieler der Saison aufeinander. Im ersten Schritt werden die Spieler in zwei Gruppen unterteilt. Danach werden pro Gruppe unter den vier Spielern die zwei besten ermittelt. Diese kommen dann ins Halbfinale, wo sie auf die beiden Gewinner der anderen Gruppe treffen.

Letztendlich darf sich der Sieger auf 1500 Ranglistenpunkte plus einer Prämie von 1.500.000 $ freuen.

Grand Slam

Die wohl bekanntesten Tennisturniere sind die Grand Slams. Bei diesen Turnieren ist wiederum die ITF für ihre Durchführung zuständig. Grundsätzlich unterscheiden wir im Tennis zwischen vier Grand Slam Turnieren:

  • Australian Open
  • French Open (Roland Garros)
  • Wimbledon
  • US Open

Diese Grand Slams übertreffen die anderen Turniere in nahezu jeder Hinsicht. Mit Abstand sind sie die prestigereichsten und größten Turniere im Tennisbereich. Alleine das Hauptfeld beinhaltet 128 Spieler. Wer als Spieler nicht auf direktem Weg in das Hauptfeld kommt, muss durch drei Qualifikationsrunden gehen.

Insgesamt erstrecken sich Grand Slams jeweils über zwei Wochen, was ebenfalls einen Rekord für das längste Tennisturnier aufstellt. In diesem Fall ist das Preisgeld ist für den Sieger mit 3.500.000 $ dotiert. Außerdem rückt er um 2000 Punkte in der Weltrangliste nach oben.

Davis Cup

Der Davis Cup gilt als der wichtigste Mannschaftswettbewerb im Tennis. Auch hier ist die International Tennis Federation involviert. Im Grunde genommen treten bei diesem Wettbewerb 16 Nationalmannschaften gegeneinander an, um am Ende den Pokal in den Händen zu halten.

Pro Begegnung spielen die Nationen jeweils fünf Matches. Genauer gesagt, sind das vier Einzel und zwei Doppel. Die Mannschaft, die zuerst drei Matches gewinnt, kommt anschließend eine Runde weiter.

Der Davis Cup hat die Besonderheit, dass er über einen sehr langen Zeitraum, nämlich mehrere Monate ausgespielt wird. Schließlich findet das Finale Ende November statt. Eine weitere Ausnahme ist, dass bei diesem Turnier keine Weltranglistenpunkte verteilt werden.

Tennisturniere Damen

Generell ist der Weg zur Weltspitze bei den Damen ähnlich wie im Herrentennis. Hier gibt es ebenfalls acht Kategorien, in die man alle Tennisturniere einteilen kann.

Der große Unterschied zu den Herren ist, dass in diesem Fall nicht die ATP, sondern die Women’s Tennis Association (WTA) für die Durchführung und Kontrolle der Turniere zuständig ist. Neben der WTA spielt auch die ITF bei einigen Turnierformaten eine große Rolle.

ITF Women’s World Tour

Entscheidet sich eine Tennisspielerin für eine Profikarriere, ist der gängigste Weg, die ersten Turniere auf der Women’s World Tour zu bestreiten. Diese Turnierserie wird von der ITF ausgerichtet. Im Prinzip ist die Serie das Gegenstück zu der Future Tour bei den Herren.

Die Women’s World Tour gibt der Spielerin somit die Chance, das Punktekonto für die Weltrangliste Schritt für Schritt aufzubauen. Bei hochklassigen Turnieren sind generell bis zu 150 Punkte möglich. Dazu kommt noch ein Preisgeld, welches 100.000 USD betragen kann. Demensprechend ist das Spielniveau aber schon ziemlich hoch.

WTA Challenger Series

Eine Stufe über der ITF Women’s World Tour befindet sich die WTA Challenger Series. Sie wird ebenfalls als „WTA 125K“ bezeichnet, weil das Preisgeld der Turniere bei 125.000 $ liegt.

Je nach Turnier umfasst das Hauptfeld 32 oder 48 Spielerinnen. Des Weiteren wird vor Turnierbeginn eine Qualifikation aus zwei Runden gespielt. In der Regel erstrecken sich WTA Challenger Turniere über 7 Tage. Die Tennisspielerin, die im Finale triumphiert, rückt in der Rangliste um 160 Punkte nach oben.

WTA Premier

Mehr Punkte als bei der Challenger Series werden bei den WTA Premier Turnieren vergeben. Hier gibt es im optimalen Fall 470 Weltranglistenpunkte. In Summe trägt die WTA zwölf Premier Turniere pro Jahr aus. Im Schnitt bekommt die Siegerin ein Preisgeld in Höhe von 250.000 $.

WTA Premier 5

Bei den Premier 5 Turnieren macht das Punktesystem der WTA einen großen Sprung. Genauer gesagt erhält der Sieger 900 Punkte. Hinzu kommt eine Prämie über mindestens 500.000 $. Allerdings werden momentan nur fünf Turniere dieser Art veranstaltet. Daher stammt auch die Bezeichnung „Premier 5“.

WTA Premier Mandatory

Noch höher bewertet die WTA ihre Premier Mandatory Turniere. Bei dieser Veranstaltung sind ganze 1000 Ranglistenpunkte möglich. Zusätzlich winkt dem Sieger ein Preisgeld über 1.500.000 $. Die WTA Premier Mandatory Turniere sind auf lediglich vier Stück pro Saison begrenzt.

WTA Finals

Das mit Abstand wichtigste Turnier im Damentennis ist das WTA Finals, auch WTA Tour Championships genannt. Am Ende jeder Tennissaison lädt die WTA die acht besten Spielerinnen des Jahres nach Shenzhen ein, wo das Turnier ausgetragen wird.

Im Gegensatz zu den anderen WTA Turnieren treten die Spielerinnen anfangs im Round-Robin-System an. Das bedeutet, dass jeweils zwei Gruppen à vier Personen gebildet werden. Im Anschluss spielt jede Spielerin drei Matches gegen die anderen Mitbewerberinnen.

Schließlich landen die zwei besten Spielerinnen der Gruppe im Halbfinale. Im weiteren Verlauf werden die Finalistinnen und dann die Siegerin ermittelt. Neben der Siegesprämie von mehr als 4.000.000 $ kann sie bis zu 1500 Punkte einsammeln.

Grand Slam

Bei den Grand Slam Turnieren gibt es wieder sehr viele Parallelen zum Herrentennis. Zum einen starten sowohl die Damen als auch die Herren zeitglich in das Turnier. Dies gilt für alle vier Grand Slam Turniere: Australian Open, French Open, Wimbledon und US Open.

Die zweite Gemeinsamkeit ist, dass die ITF das Hauptfeld mit 128 Spielerinnen besetzt. Dementsprechend gibt es für niedriger platzierte Spielerinnen drei Runden in der Qualifikation.

Eine weitere Besonderheit ist, dass sowohl Damen und Herren für den Sieg die gleiche Punktzahl und dasselbe Preisgeld erhalten. Konkret sind es 2000 Punkte und 3.000.000 $.

Fed Cup

Das größte Tenniswettbewerb für Nationalmannschaften im Damentennis ist der Fed Cup. Der heutige Name ist eine Abkürzung des ehemaligen „Federation Cup“. Wie auch bei den Grand Slams führt die ITF dieses komplette Turnier durch.

Im Allgemeinen kann man den Fed Cup als Gegenstück zum Davis Cup der Herren sehen. Insgesamt treten Teams aus 16 verschiedenen Nationen gegeneinander an.

Zu Beginn in des Fed Cups findet eine Qualifikation statt, in der die Anzahl der Mannschaften auf acht reduziert wird. In der Vorrunde kämpfen diese Teams dann um den Einzug ins Halbfinale und danach um das Finale. Dabei beträgt die Zeitspanne von der Qualifikation zum Finale ca. drei Monate.

Genauso wie bei den Herren, vergibt die ITF für Fed Cup Teilahmen und Gewinne keine Weltranglistenpunkte.